Was ist eine Stadtteilgewerkschaft?

Einfach erklärt: Linke Politik nicht nur für Linke!

Der „Beratungs-Organisierungs-Ansatz“: Raus aus der Blase!

Was heißt das:

  • Es gibt Beratung: Die Beratung ist kostenlos. Die Berater:innen kennen sich aus.
  • Wir handeln gemeinsam handeln: Wir tun uns zusammen, wir sind gemeinsam laut, wir kämpfen gemeinsam für unsere Rechte kämpfen.
  • Individuelle Probleme gemeinsam lösen: Du hast ein Problem mit deinem Vermieter, dem Jobcenter oder der Ausländerbehörde? Dann wird daraus ein gemeinsames Problem. Wenn eine Person ein Problem hat, hilft die ganze Gruppe: „Touch one – Touch all!“Das heißt: Wenn jemand Hilfe braucht, helfen alle.
  • Politische Bildung: Alle sollen mitmachen können. Politische Bildung soll einfach sein. Jeder kann die Themen verstehen und darüber sprechen.
  • Es gibt Angebote für Kultur und für soziales Miteinander. Das heißt: Alle können zusammen etwas erleben und machen.
  •  Wir bauen eine große Bewegung auf. Viele Gruppen haben ähnliche Ziele und Ideen. So kann eine große Bewegung entstehen. Alle kämpfen gemeinsam für unsere Rechte. Nicht nur in Potsdam, auch in verschiedenen Regionen.

Wo kommt die Idee her?

Stadtteilgewerkschaften gibt es schon in vielen Orten Deutschlands.
Ausgangspunkt des Konzepts der Stadtteilgewerkschaft ist die Erkenntnis, dass eine Basisarbeit über Milieus und linke Räume hinweg notwendig für den Aufbau einer wirkmächtigen sozialen Bewegung ist. Stadtteilgewerkschaften existieren unter anderem schon in BremenMünsterBerlin, Halle, Jena, Dresden und Celle. In weiteren Städten sind Gruppen in Gründung.

Die Bremer Stadtteilgewerkschaft Gröpelingen machte sich seit 2016 Gedanken über eine grundlegende Neuausrichtung linksradikaler Politik. Sie starteten mit klassischer Stadtteilarbeit wie Nachbarschaftscafes oder Mathe-Nachhilfe und versuchten dies mit politischen Aktionsgruppen zu den Themen Miete oder Arbeit zu verbinden.

Im Jahr 2020 stellte die Bremer Initiative fest, dass sie ihre Ziele nicht erreichten. Nur wenige Menschen brachten sich selbst politisch ein und die linken Aktivist:innen blieben unter sich. Die Gründungsmitglieder reflektierten die Schwachstellen und ließen sich von Organisierungsformen anderer Länder, wie der Landlosenbewegung in Brasilien, inspirieren. Die größte Erkenntnis war, dass eine Basisarbeit an die existentiellen Notwendigkeiten von Menschen anknüpfen muss. Dabei soll praktische Hilfestellung mit der Einladung zu einem verbindlichen Kollektiv, ähnlich einer Gewerkschaft, verbunden werden. Daraus entwickelte die Bremer Gruppe ein erfolgreich erprobtes politisches Konzept: Der Beratungs-Organisierungs-Ansatz.

Dank des „Beratungs-Organisierungs-Ansatzes“, kurz: „BOA“,  schlossen sich mehr Menschen ohne politische Erfahrung und linkem Hintergrund der Bremer Gruppe an und es konnten nachhaltige politische Strukturen aufgebaut werden.

Ihr möchtet mehr über Stadtteilgewerkschaften erfahren?

Hier haben wir weiterführende Links zusammengestellt:

Video zum „Beratungs-Organisierung-Ansatz“ von „Solidarisch in Gröpelingen“

Selbstverständnis der Stadtteilgewerkschaft „Solidarisch in Gröpelingen“

Interview mit „Solidarisch in Gröpelingen“ vom Januar 2024

Interview mit „Solidarisch in Gröpelingen“ vom März 2024

Gemeinsames 10 Punkte-Programm von „Solidarisch in Gröpelingen“ und der Stadtteilgewerkschaft in Münster, „Berg Fidel Solidarisch“